impressioni Toscana

Datum:
17. März – 20. Mai 2017

Künstler:
Wilhelm Wolf

Beschreibung:

Der Künstler unserer heutigen Ausstellung, Herr Wilhelm Wolf, ist ein Autodidakt mit grundlegendem Expertenwissen über Farben und Material und einem hervorragenden visuellem Gedächtnis.
Er wurde 1934 in Teublitz geboren, wohnt seit 1960 in Roßbergeröd, das ist ein Ortsteil von Maxhütte-Haidhof und ist somit ein echter Oberpfälzer Künstler. Herr Wolf hatte einen besonderen Weg zur Farbe, wie man ihn sich als Künstler eigentlich nur wünschen kann. Seine ersten Kontakte mit der bunten Farbenwelt hatte er ab 1950 in seiner Ausbildung als Drogist. Dazu muß man wissen: die praktische und theoretische Ausbildung als Drogist umfasst u.a. die Gebiete Chemie, Botanik, Biologie, Pharmakologie, Fotografie und Farbwarenkunde. Er erlernte die Herstellung der Farben, deren Zusammensetzung und letztendlich – so möchte ich es mal nennen - das Farbenspiel. Das ist schon mal ein sehr guter Grundstock für die Malerei.

Schon immer galt seine große Liebe der Fotografie. Er war stets mit der Kamera unterwegs und was dabei so wichtig ist, er entwickelte seine Bilder auch selbst. Er setze sich intensiv mit dem gestalteten Bild auseinander. Ein gutes Foto verlangt die Perspektive. Übung und ein gutes Auge schaffen die Komposition von Raum und Licht, vor allem bei Landschaftsbildern.
Und dann spielte, wie so oft, der Zufall eine Rolle.
Sein Vater war Bildhauer und Maler in der Dombauhütte in Regensburg.
Damit hatte Herr Wolf den Zugang zur Bildhauerei und zur Malerei. Er half in den Ferien in der Dombauhütte aus und merkte wohl, dass er die künstlerische Begabung des Vaters geerbt hatte.
Durch Zufall fand er auf dem Speicher zwei alte Ölmalkästen von seinem Vater. Und mit seinem Wissen als Drogist und der Tatsache, dass Farben schon immer einen Platz in seinem Leben hatten, wurde so das Malen seine neue Leidenschaft. Durch ausgedehnte Reisen nach Südengland, USA und vor allem in die Toskana begeisterten ihn insbesondere die unterschiedlichen und typischen Landschaften. Es nahm sich die Zeit und studierte die Landschaften. Sein fotografisches Gedächtnis half ihm dabei, die oftmals kurzen Augenblicke, Eindrücke und Stimmungen einzufangen und in bestechend sicherer Wiedergabe zu malen. Er setzte die verschiedenen Techniken ein und malte in Öl, Acryl oder Aquarell, auf Papier, Holz oder Leinwand.
Er war unermüdlich, in den Variationen von Farb- und Motivstudien.

Zur heutigen Ausstellung haben wir das Thema „impressioni Toscana“ gewählt. Eben so ein bisschen wie das Leben in der Toscanischen Landschaft.

Sie sehen hier Landschaften, nicht nur, aber vornehmlich aus der Toscana in typisch südländlich mediterranen Ansichten.

Herr Wolf wurde zum Malen dieser Landschaften durch die harmonisch ausgewogenen Farben von Himmel, Erde und Vegetation inspiriert.
In machen Bildern - meine Lieblingsbilder, ich nenne es die gelbe Serie - könnte man meinen, es müsse die jeweilige Stimmung geradezu übergehen in eine reine Ton-in-Ton-Komposition. Der natürliche Bruch zwischen den Horizonten erscheint hier bewusst nicht mehr. Himmel und Landschaft sind eins, der Inhalt schwebt förmlich darin.

Andere Landschaften wiederum erheben den Anspruch auf eine hinreißende Authentizität. Hier nicht reduziert auf Form und Farbe, sondern mit einer faszinierenden Detailschärfe gemalt, die die Vielfalt der dann grünen Toscana zum Ausdruck bringt.

Dann gibt es eine Serie von landestypischen Gebäuden, z.T. den sogenannten Geschlechtersiedlungen. Nicht die grellend leuchtenden Farben, sondern die wahren Farben der malerischen Dörfer sind hier zu sehen. Die in Kombination vertretenen Farbtöne von Ocker, Terrakotta bis zu leicht Pastell-lila, in Szene gesetzt mit dem Grün der Bäume und Zypressen, geben das Ambiente á la Toskana perfekt wieder.

Aquarelle leben meist von Farbnuancen und zarten Pastelltönen. Herr Wolf hat in seinen Aquarellen die gleichen landestypischen Grundformen verwendet, hat nun aber mit einer Palette von klaren und reinen Farbtönen die Landschaften so treffend dargestellt, dass man die leichte Übertreibung der Tonwertkontraste gerne übersieht.
Auch hier sind wiederum viele Details gemalt, die bei genauer Betrachtung der kleinen Bilder die bemerkenswert zutreffende Handschrift und den Charakter des Südens zeigen.